Zunftbekleidung – Mode mit Tradition

ZunfthemdInteressant ist, dass die Zunftbekleidung viele Menschen auch heute noch fasziniert. Dabei war die Berufstracht traditionell für das Bauhandwerk gedacht – z.B. für Zimmerleute, Dachdecker, Gerüstbauer oder auch Maurer. Und der Anspruch an die Qualität war und ist nach wie vor hoch: immerhin müssen die Jacken, Westen, Hosen, Unterwäsche oder auch Socken während des Arbeitstages so einiges aushalten und über sich ergehen lassen. Gleichzeitig soll sich der Träger der Zunftbekleidung auch darin wohlfühlen – deshalb sollte gerade hier nicht an der falschen Stelle gespart werden. Denn die richtige Kleidung kann den Körper auch bei einem Arbeitsunfall zusätzlich schützen.

Damit macht die Arbeit Spaß:

Die Tracht der Zunftbekleidung geht auf die Handwerksgesellen zurück, die früher direkt nach dem Abschluss ihrer Ausbildungszeit traditionell auf Wanderschaft gingen. Mit dem Ziel, in verschiedenen Handwerksunternehmen möglichst viele Erfahrungen zu sammeln. Und während dieser Zeit etablierte sich die Zunftbekleidung, da sich diese als äußerst robust und langlebig erwies. Eines der Merkmale der Zunftbekleidung ist der schwarze Schlapphut, der eine breite Krempe hat. Das weiße Hemd weist traditionell keinen Kragen auf und ist meist mit einer halben Knopfleiste gearbeitet. Absolutes Highlight der ist die Hose, die genauso praktisch wie ansehnlich ist. Im vorderen Bereich befinden sich acht weiße Perlmuttknöpfe, die übrigens als Symbol für den Achtstunden-Arbeitstag der Handwerkerzunft standen.

Die hält was aus:

Auch die Wanderjacke der Zunftbekleidung weist traditionelle Merkmale auf: sie ist mit sechs Knöpfen aus Perlmutt versehen, die als Symbol für die Sechs-Tage-Woche der Handwerker standen. Meistens war diese aus Cord oder Samt gearbeitet. Je nach Zugehörigkeit und Berufsstand trugen die Handwerksgesellen eine so genannte Ehrbarkeit – die einer Krawatte bzw. einem Binder ähnelte. Dazu wurden schwarze Stiefel oder auch (Halb)Schuhe getragen. Abgerundet wurde das Arbeiteroutfit mit dem typischen Ohrring – das dazugehörige Ohrloch wurde damals noch mit Hammer und Nagel „gestochen“. Zur Zunftbekleidung gab es eher praktische Accessoires – wie z.B. Nageltaschen, Hammerketten, Messeretuis, Kniepolster, Hosenträger und heute auch die passenden Handytaschen.